Datum

Nov 21 2022
Expired!

Uhrzeit

17:00 - 18:30
Heinrich-Böll-Stiftung

Männlichkeit in Zeiten des Krieges Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe

Politiker*innen fordern die Rückkehr zur Wehrpflicht, Feuilletonist*innen machen sich lustig über angeblich zu weiche Männer, rechtspopulistische und antifeministische Gruppierungen fordern, die „wahre Männlichkeit“ wieder zu entdecken. Der Krieg gegen die Ukraine reaktiviert traditionelle Rollenstereotype und Ressentiments gegen feministische Politiken. Der Blick auf andere und vielfältige Vorstellungen von Mann-sein und Männlichkeit wird verstellt.

Weder in der allgemeinen Öffentlichkeit noch in den Wissenschaften wird sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext von Krieg und Vertreibung eingehender thematisiert. Dieses Phänomen betrachtet und analysiert Dr. Yuriy Nesterko (Universitätsklinikum Leipzig) in einem Vortrag. Er schaut dabei auf internationale bewaffnete Konflikte der vergangenen vier Jahrzehnte zurück. Aus psychologischer Perspektive geht es ihm um die Bedeutung vom Streben nach Überlegenheit, Stärke und Dominanz, das sich in der mann-männlichen sexualisierten Gewalt manifestiert.

Im anschließenden von Simone Schmollack (taz) moderierten Gespräch diskutieren Dr. Yuriy Nesterko, Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer) und Anica Heinlein (CARE, angefragt). Es wird – auch unter dem Eindruck der aktuellen Kriegssituation in der Ukraine – der Frage nachgegangen, inwiefern eine feministische (Außen-)Politik zu einer Perspektiverweiterung beitragen kann: Auch Männer* sollten als vulnerable Gruppe gesehen werden können und vielfältige, nicht traditionelle Männlichkeitsvorstellungen wirken antifeministischen Entwicklungen entgegen.

Mit

  • Dr. Yuriy Nesterko (Universität Leipzig)
  • Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer)
  • Anica Heinlein (CARE)
  • Moderation: Simone Schmollack (taz)

Fachkontakt:

Henning von Bargen, Heinrich Böll Stiftung, Gunda-Werner-Institut, vonbargen@boell.de

Zeitzone
(GMT+1)
Adresse
▶ Online-Veranstaltung
Veranstalter/in
Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren