Date

Okt 11 2021

Time

19:30

Cost

8,00€
Maxim Gorki Theater

Berliner Korrespondenzen: Nothing About Us Without Us

Debatte mit Sahraa Karimi, Eyal Weizman und Sonia Nandzi

Weltpremiere: Nothing About Us Without Us, dokumentarischer Kurzfilm von REFOCUS MEDIA LABS

Mit einer Videoschalte zu den Ko-Regisseur*innen Yaser Akbari und Nazanin Foroghi

Unter dem Titel Break-Up befasst sich die Debattenreihe Berliner Korrespondenzen in der Spielzeit 2021-22 mit Spannungen und Rissen im sozialen Gewebe des post-pandemischen Europas. Wie organisieren jüngere Generationen Protest, wie zeigen sie ihren Unmut, wie übernehmen sie Verantwortung – und wie stellen sie sich die Zukunft vor? Um mehr über die Träume und Zweifel der Next Generations zu erfahren, kombiniert jedes Event das Screening eines exklusiven dokumentarischen Kurzfilms mit intensiven Debatten zwischen hochrangigen Denker*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen.

Die Eröffnungsveranstaltung der Reihe beginnt mit der Weltpremiere von Nothing About Us Without Us von Refocus Media Labs, einem Kollektiv geflüchteter junger Filmschaffender auf Lesbos, Griechenland. Ihr Film wirft Fragen auf: Wie können Asylbewerber*innen ihre Geschichten selbst erzählen, wie können Gegenbilder zu medial vermittelten Stereotypen aussehen – und wie können Geflüchtete die politischen Diskussionen in Europa mitgestalten? Nach dem desaströsen NATO-Rückzug aus Afghanistan sind europäische Politiker*innen schnell in altvertraute Muster zurückgefallen und haben Ängste vor möglichen neuen Fluchtbewegungen geschürt. Die unmittelbar Betroffenen und diejenigen, die schon lange unter der rigiden EU-Grenzpolitik leiden, hatten dabei wieder einmal wenig Mitspracherecht. Es scheint, als hätte sich nicht viel verändert nach 2015.

In der anschließenden Debatte diskutieren die preisgekrönte afghanische Regisseurin und Aktivistin Sahraa Karimi und der renommierte Wissenschaftler und Menschrechtsverteidiger Eyal Weizman gemeinsam mit Sonia Nandzik von Refocus Media Labs darüber, wie Bilder Politik machen können, wie praktische Solidarität in Zeiten multipler humanitärer Krisen aussehen kann, und wie die Subjekte medialer Berichterstattungen zu Autor*innen ihrer eigenen Geschichten werden können. Um nicht nur über, sondern auch mit denjenigen im Zentrum der Diskussion zu sprechen, werden zwei der Ko-Regisseur*innen des Films, Yaser Akbari und Nazanin Foroghi per Video live aus Lesbos zugeschaltet. Wenn es die Umstände erlauben, werden andere Mitglieder des Filmteams auch auf der Bühne anwesend sein.