Date

Jun 12 2021

Time

14:00 - 18:00

Cost

kostenfrei
Rosa Luxemburg Stiftung

Zusammen lesen: Nancy Fraser. Krise, Kritik und Kapitalismus

Nancy Fraser ist eine US-amerikanische feministische Theoretikerin, die in Deutschland u.a. durch ihre Kritik am ‚progressiven Neoliberalismus‘ bekannt geworden ist. Der „liberale Mainstream der Neuen Sozialen Bewegungen (Feminismus, Antirassismus, Multikulturalismus, Ökologie und Lesben- und Schwulenbewegung)“ habe sich, so eine zentrale These von Fraser „mit den „dynamischsten, kulturell einflussreichsten und am stärksten finanzialisierten Sektoren der amerikanischen Wirtschaft (Wall Street, Silicon Valley und Hollywood)“ zu einem „progressiv-neoliberalen Block“ vereint. Im Workshop möchten wir uns mit Frasers jüngeren kapitalismustheoretischen Analysen auseinandersetzen. Fraser entwirft hier ein Verständnis des Kapitalismus, welches die „Hintergrundbedingungen“ kapitalistischer Produktion in den Blick rückt und auf diesem Wege die umkämpften Grenzziehungen zwischen Produktion/Reproduktion, Gemeinwesen/Markt und menschlicher/nicht-menschlicher Natur sichtbar werden lässt.

Wir werden zunächst Ausschnitte des Aufsatzes „Krise, Kritik und Kapitalismus. Eine Orientierungshilfe für das 21. Jahrhundert“ lesen, in welchem Fraser ein Verständnis des Kapitalismus als „institutionalisierte Gesellschaftsordnung“ entwickelt. Anschließend setzen wir uns mit zentralen Thesen des Manifests “Feminismus für die 99%” auseinander, welches Fraser gemeinsam mit Chinzia Arruzza und Tithi Bhattacharya verfasst hat. Das Manifest ruft dazu auf, für einen antikapitalistischen, antirassistischen und ökologischen Feminismus zu streiten. Im Workshop wollen wir uns Frasers Analyse gemeinsam erschließen und sie (kritisch) diskutieren.