Datum

Nov 22 2022
Expired!

Uhrzeit

19:00 - 21:00
W3 Hamburg

Neugestaltung der Umweltzukunft mit Frauen* aus dem globalen Süden

Anmeldung über Veranstaltungslink erforderlich.

Obwohl sich die Missachtung der Umwelt und der daraus resultierende Klimawandel in den letzten Jahren weltweit als zunehmend verheerend und lebensbedrohlich erwiesen haben, sind die Folgen der vorherrschenden patriarchalischen und kolonialen Strukturen in den Ländern des globalen Südens in dieser Region noch fataler, insbesondere für die dort lebenden marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass der Kampf für das Recht auf Leben und den Schutz der Umwelt als Widerstand gegen den Zerstörungsprozess stark von Frauen*, insbesondere indigenen und schwarzen Frauen*, geprägt ist.

Die W3 und Miradas Feministas laden Aktivistinnen aus verschiedenen Bereichen ein, um über ihren Kampf für den Umweltschutz und die Besonderheiten dieses Kampfes, wenn er von Frauen* geführt wird, zu sprechen, um eine Diskussion über die Rolle dieser Aktivistinnen beim Schutz der Natur zu eröffnen und gemeinsam über Ähnlichkeiten und intersektionale Unterschiede in Brasilien und der Welt nachzudenken. So werden Frauen* aus verschiedenen Teilen Brasiliens, die in unterschiedlichen Bereichen aktiv sind, über den Kampf für den Erhalt der Umwelt und die Besonderheiten dieses von Frauen* aus dem globalen Süden geführten Kampfes diskutieren. Themen wie Intersektionalität und die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf das Leben von Frauen* aus verschiedenen Regionen, Ethnien und Kulturen werden die Gespräche an diesem Tag leiten.

Ohne die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien im Oktober diesen Jahres (2022) außer Acht zu lassen, werden auch die Perspektiven dieser Aktivistinnen im Hinblick auf die möglichen politischen Konstellationen in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Wahlen und die Frage, wie sie die Zukunft der Umwelt in Brasilien neu gestalten könnten, diskutiert.

 

Angela Mendes ist sozioökologische Aktivistin und Umweltschützerin, Präsidentin des Chico-Mendes-Komitees, Technologin für Umweltmanagement und Ashoka-Sozialunternehmerin, die für ihre Arbeit mit Jugendlichen aus den Bergbauregionen in Acre bekannt ist.

Tati Pereira ist eine schwarze Frau, Mutter und Bewohnerin des viertgrößten Slums Brasiliens im Bundesstaat Maranhão. Sie ist Spezialistin für Sanitärtechnik und Umweltkontrolle und Mitbegründerin des Instituts Dica Ferreira, dessen Aufgabe es ist, Aktionen und Projekte zur Stärkung der Menschenrechte in der Region Coroadinho in Maranhão zu planen und zu entwickeln.

Tamikuã Txihi Pataxó ist eine indigene Frau, die mit ihrer Guaraní-Mbya-Familie in der Gemeinde Tekoa Itakupe im indigenen Territorium Jaraguá in São Paulo lebt. Sie ist indigene Vertreterin, Künstlerin, Bachelorabsolventin im Fach Sozialdienst und Mitglied des kommunitären Feminismusbewegung von Abya Yala. Sie setzt sich für die Verteidigung der indigenen Völker ein, vor allem in den Bereichen Kreativität, Kultur und Kunst und glaubt an die Macht der Frauen als Quelle der Kraft und Hoffnung, die die Menschheit braucht, um sich von jeglicher Unterdrückung zu befreien.

Moderatorin: Emilin Joma da Silva ist Wissenschaftlerin am Thünen-Institut für Forstwirtschaft im Bereich Wald und Genossenschaft und promoviert im Bereich Bioressourcen-Verfügbarkeit am Institut für Holzwissenschaften der Universität Hamburg. Seit 2019 ist sie bei Miradas Feministas aktiv und engagiert sich für die Aufklärung über die Bedeutung der Beteiligung von Frauen in der Politik sowie für die damit einhergehenden Vorteile für die Gesellschaft. Seit 2015 beteiligt sie sich am Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!) und arbeitet ehrenamtlich beim Projekt International Solidarisch “Schluss mit Austerität” mit.

 

Das feministische Kollektiv Miradas Feministas wurde 2018 als eine Diskussionsgruppe über feministische Themen im lateinamerikanischen Kontext gegründet. Miradas Feministas organisiert regelmäßige Treffen und Diskussionen über feministische Kämpfe in Lateinamerika. Hauptziel des Kollektivs ist es, die Diskussion über die diversen Aspekte der lateinamerikanischen Feminismen anzuregen und zu pflegen. Für einen möglichst hohen Grad an Diversität hat Miradas Feministas es sich zudem zur Aufgabe gemacht, ein Netzwerk mit den vielen verschiedenen Fraueninitiativen in und aus der Region aufzubauen. Innerhalb des Kollektivs sind wir Frauen mit überwiegend akademischem Hintergrund, mit dem Willen, das universitäre System, die Gesellschaft und den Aktivismus miteinander zu verbinden, so dass alle davon profitieren und voneinander lernen können.