Date

Apr 17 2021

Time

15:00 - 18:00
bpb - Bundeszentrale für politische Bildung

Koloniale Kontinuitäten – Eine Bestandsaufnahme

Auf das Zeitalter der Kolonialisierung folgte das Zeitalter der Dekolonisation. Vor allem in den 1970er Jahren erklärten zahlreiche Staaten ihre Unabhängigkeit. Und dann? Im Rahmen des bpb:seminars digital verknüpfen wir die historischen Ereignisse mit dem Hier und Jetzt, versuchen, Zusammenhänge zu verstehen und dadurch einen neuen und schärferen Blick auf neokoloniale Strukturen, Akteurinnen und Akteure sowie allgegenwärtige Rassismen zu gewinnen.

Was verstehen wir darunter, wenn wir heute von “kolonialen Kontinuitäten” sprechen? Wie hängen Bewegungsfreiheit, Restitution, das Black Lives Matter movement (BLM) und die Forderung nach Reparationszahlungen zusammen und warum ist eine Bewegung wie BLM auch und vor allem für Deutschland relevant? Nicht zuletzt wird uns auch die Frage danach beschäftigen, wie sich ein historisch gewachsenes Überlegenheitsgefühl (white supremacy) in eine bestenfalls antirassistische Praxis (Allyship) verwandeln lässt und welche Privilegien es dafür aufzugeben gilt.

Das bpb:seminar digital “Koloniale Kontinuitäten – Eine Bestandsaufnahme” richtet sich sowohl an Menschen mit Vorwissen, als auch an Menschen, die sich erstmalig mit der Thematik auseinandersetzen.

Seit 2019 bietet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb zusammen mit der Initiative bonn postkolonial den Stadtrundgang “Auf kolonialen Spuren in Bonn” an. Da die Rundgänge aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden können, stellt das bpb:seminar digital eine inhaltliche Alternative zum Thema dar.

Die Referenten/-innen:

Yaw und Elisabeth sind Teil der Initiative bonn postkolonial. Sie gestalten das bpb:seminar digital aus einer Schwarzen Perspektive und verfolgen das Anliegen, eine Perspektive einzunehmen, die dem vorherrschenden Narrativ entgegensteht.

Yaw (he/him) studiert Geographie und ist seit einigen Jahren mit einer Schwarzen Perspektive in der Gruppe bonn postkolonial aktiv. Darüber hinaus engagiert er sich in der Black Community und in migrantischer Selbstorganisierung und arbeitet zu Klimagerechtigkeit und Bewegungsfreiheit. Empowerment ist dabei für ihn ein zentraler und wichtiger Bestandteil dieser Prozesse.

Elisabeth (she/her, schwarz) ist in verschiedenen politischen und/oder künstlerischen Strukturen aktiv und setzt sich hier mit Rassismus, Afrofuturismus, Klassismus, Feminismus und Intersektionalität auseinander. Außerdem ist sie Teil des BIPoCNetzwerks, das sich für eine diskriminierungsfreie Theater- und Kulturlandschaft einsetzt. Der Fokus ihrer Arbeit in künstlerischen und in politischen Kontexten liegt darauf, migrantische und Schwarze Perspektiven sichtbar zu machen und zu stärken.

Bitte beachten Sie:

Die Teilnahme am Seminar ist nur mit eingeschalteter Kamera und funktionierendem Mikrofon möglich (es sei denn, es bestehen technische Probleme!). Eine anonyme Teilnahme ist wie bei analogen Seminaren nicht möglich.

Ab 14.45 Uhr ist der Zoom-Raum geöffnet und das Team steht für einen Technik-Check zur Verfügung.